Arbeiten in Spanien an der Costa Blanca

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Arbeiten in Spanien


Deutschlands beliebtestes Urlaubsziel ist Spanien und wer hat nicht schon einmal damit geliebäugelt für immer dort zu bleiben? Die vielen Sonnentage im Jahr, idyllische Gassen und leckere Tapas können durchaus überzeugen, sich für immer in dem südeuropäischen Land niederzulassen.


Zu Spanien zählt der größte Teil der Iberischen Halbinsel, dazu kommen die Balearen, die Kanaren und die Städte Ceuta und Melilla, die sich auf dem afrikanischen Kontinent in Marokko befinden. Über 40 Millionen Menschen leben in Spanien, das über fast 6000 km Küstenlänge verfügt und ca. 2000 Sandstrände hat.
Die Klimasituation in Spanien ist natürlich sehr attraktiv, jedoch auch sehr unterschiedlich je nach Region. Im Sommer können die Temperaturen zwischen 35 - 40 Grad erreichen, aber an der Atlantikküste weht meistens ein kräftiger Wind. Am Mittelmeer ist es wesentlich windstiller. In den Gebirgsregionen kommt es zu starken Temperaturschwankungen in den Sommer- und Wintermonaten.


Die Regierungsform Spaniens ist eine parlamentarische Monarchie mit dem Staatsoberhaupt König Juan Carlos I. Noch bis 1975 herrschte in Spanien eine Militärdiktatur unter General Franco, die das Land polisch und intellektuell unterdrückte. Seit dem Jahr 1978 gibt es in Spanien wieder Religionsfreiheit, trotzdem sind 96% der Spanier römisch-katholisch.


Kastilisch heißt die Amtssprache, die in Spanien hauptsächlich gesprochen wird, daneben existieren aber noch zusätzlich die Amtssprachen Katalanisch, Galizisch, Baskisch und Valenzianisch, die man in den einzelnen Regionen findet.


Arbeitsmarkt in Spanien
Zwar wächst die Wirtschaft in Spanien kontinuierlich, jedoch liegt die Arbeitslosenquote im europäischen Vergleich sehr weit oben. Unter jungen Menschen mit Hochschulabschluss lag die Arbeitslosenquote 2003 bei 11%, auch die gesamte Arbeitslosenquote war bei 11%. Leider wird die Arbeitslosigkeit in naher Zukunft auch nicht wesentlich sinken, da immer mehr Frauen arbeiten und die Immigration ansteigt. Bedingt durch die hohen Ölpreise ist die Inflationsrate gestiegen.


In den spanischen Metropolen Madrid und Barcelona findet man die besten Jobchancen und das höchste Lohnniveau. Auch im Baskenland und in Valencia hat man gute Aussichten auf eine gut bezahlte Anstellung, jedoch sollte man sich darauf einstellen, dass die Gehälter nur 70 - 80 % des europäischen Durchschnittslohns ausmachen.


Auch die Arbeitszeiten übersteigen meistens den deutschen Durchschnitt, so ist die 40-Stunden-Wochen im Gesetz verankert und häufig wird auch am Wochenende gearbeitet. In traditionsbewussten, kleineren Betrieben wird noch immer die Siesta eingehalten, die beträgt 3 Stunden am Tag. Der Urlaub ist vom Gesetzgeber aber dafür relativ großzügig festgelegt, hinzukommen noch 14 Feiertage und zusätzliche Urlaubstage.


Es ist relativ schwierig in Spanien eine feste Anstellung zu bekommen und meistens gibt es nur befristete Arbeitsverträge, die im Vergleich zu Deutschland auch noch kürzer sind. Gleiches gilt auch für die Kündigungsfristen und Probezeiten, gerade Neulinge im Beruf bekommen erstmal nur einen Vertrag über 6 Monate und können diesen auch nur einmal verlängern.
Der Arbeitgeber zahlt im Wesentlichen die Arbeitslosen- und Krankenversicherung, denn jeder Arbeitnehmer ist sozialversicherungspflichtig. Manchmal kommt es aber zu Versäumnissen seitens des Arbeitgebers, deshalb sollte man unbedingt selbst prüfen, ob man krankenversichert ist. Es ist empfehlenswert sich zusätzlich eine private Altersvorsorge zu verschaffen. Die Steuern sind etwas niedriger als in Deutschland und werden sofort vom Gehalt abgezogen.


Jobchancen und Branchen in Spanien
Während es sich als schwierig erweist, eine feste Anstellung zu bekommen, so ist es umso leichter einen befristeten Saisonjob in der Tourismusbranche zu bekommen. Spanien ist ein beliebtes Urlaubsland und der Tourismus ein wichtiger Arbeitsmarkt. Kellner und Animateure, aber auch Köche oder Reisekaufleute sind in der Urlaubssaison gefragt. Gerade auch auf den spanischen Inseln kommt man auch mit nicht ganz so glänzenden Spanischkenntnissen klar.


Auch der medizinische Sektor ist ein Arbeitsfeld mit guten Chancen für Masseure und Physiotherapeuten, aber auch für deutsche Arzthelferinnen, die bei den vielen deutschen Ärzten in Spanien gut eine Anstellung finden können. Auch das Bauwesen bietet gute Perspektiven.


Ingenieure und andere Akademiker können gut in den Metropolen Barcelona, Madrid oder Valencia unterkommen. Auch im Baskenland, wo es viel Industrie gibt, hat man gute Jobmöglichkeiten. Vor allem der IT-Sektor wächst in Spanien wie auch in anderen Ländern Europas. Fachhochschulabsolventen sind in Spanien auf Grund der Praxisnähe ihres Studiums in Spanien sehr beliebt, deshalb sollte man absolvierte Praktika oder auch Auslandsaufenthalte im Lebenslauf unbedingt erwähnen. Für Geisteswissenschaftler und Hochschulabsolventen aus der Wirtschaft sieht der Arbeitsmarkt allerdings nicht so rosig aus.


Es ist zu empfehlen sich am besten direkt vor Ort um eine Stelle zu kümmern und genügend Geld für eine Überbrückung mitzubringen. Gut ist natürlich ein Praktikum zu machen, da Kontakte und Beziehungen in Spanien sehr wichtig sind. Besonders an der Küste haben ausländische Arbeitnehmer eine Chance auf eine Einstellung auch bei kleineren und mittelständischen Unternehmen, die geschäftliche Beziehungen zu Deutschland pflegen.


Lebenserhaltungskosten in Spanien
In Spanien gehen viele Dinge entspannter zu als in Deutschland. Der Spanier hat sozusagen „die Ruhe weg". Das trifft auch auf die Behörden zu, die immer etwas länger brauchen als man es von deutschen Ämtern gewöhnt ist.
Da das Einkommen unter dem europäischen Durchschnitt liegt, sind auch die Lebenserhaltungskosten eher niedrig. Aber in den spanischen Metropolen gleichen sich die Miete und die Lebensmittelkosten immer mehr dem deutschen Standard an. So ist das Leben dort im Vergleich recht teuer.


Übrigens sind deutsche Produkte erheblich teurer, deshalb sollte man möglichst auf sie verzichten, wenn man sparen möchte.


Zwar ist man durch den Arbeitgeber gesetzlich Krankenversichert, jedoch bietet es sich an eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Diese ist auch meistens günstiger als in Deutschland, aber die Beiträge hängen von den Leistungen ab.


Eine KFZ-Versicherung kostet in Spanien mehr als in Deutschland, da die enthaltene Haftpflicht unbegrenzt ist damit bei einem Schaden eine leichtere Abwicklung möglich ist.


Wer sich über einen Zeitraum von 183 Tagen hinaus in Spanien befindet ist zur Einkommenssteuer verpflichtet. Familien zahlen 10,4% Steuern und kinderlose Alleinstehende 13,6%. Einkommenssteuerfrei sind Arbeitnehmer deren Einkommen für das vergangene Steuerjahr unter 20.000 Euro lag.


In Spanien sind die Telefonkosten so hoch wie in Deutschland, aber die Einrichtung eines Festnetzanschlusses ist teuer. Wenn man per Handy mit einer spanischen Prepaid-Karte telefoniert ist das relativ teuer, auch der Preis einer SMS ist abhängig von der Anzahl der Zeichen.
Übrigens hat man noch 3 Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld wenn man sich ordnungsgemäß in Deutschland abgemeldet hat und bestimmte Vorraussetzungen erfüllt. Notwendig dazu ist das Formular E 303. Das sollte man alles frühzeitig erledigen, denn die Bearbeitung dauert zwischen 2-3 Monate.  



 



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